Nordic Yards baut Patrouillenboote für Polarmeer

Die Ostsee-Werft hat zwei Spezialschiffe für die Arktis auf Kiel gelegt und hofft auf weitere Aufträge aus Russland 

Nordic Yards baut Patrouillenboote für Polarmeer
Nordic Yards

In Wismar hat die Werft Nordic Yards ihre beiden aktuellen Prestigeprojekte auf Kiel gelegt. Dabei handelt es sich um zwei für die Arktis bestimmte Rettungs- und Bergungsschiffe, sogenannte Multipurpose Rescue and Salvage Vessel (MPRSV). Knapp zwei Monate nach dem Baubeginn schaute auch der Auftraggeber in Wismar vorbei: Vertreter des russischen Transportministeriums besuchten die Werft. "Mit dem russischen Staatsauftrag möchten wir unseren guten Ruf in Russland bestätigen und uns als Partner im arktischen und im Offshore-Öl- und Gas-Bereich beweisen", sagte Geschäftsführer Fred G. Wegener. 

Die Werft in Wismar
Die Werft in Wismar
Nordic Yards

"Nach ihrer Auslieferung in 2015 werden die 88 Meter langen und 18,50 Meter breiten Schiffe vom russischen State Maritime Rescue Coordination Centre (SMRCC) für Patrouillen und Rettungseinsätze auf der nördlichen Polarmeerroute eingesetzt", teilte Nordic Yards bereits zu Baubeginn mit. Die mit einem Hubschrauberlandeplatz ausgestatteten Schiffe seien zur Bekämpfung von Bränden und Ölverschmutzungen vorgesehen und könnten für die Suche und Rettung in Not geratener Schiffe eingesetzt werden. Über die Auftragssumme schweigt sich das Unternehmen in der Mitteilung aus.

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"Russland ist und bleibt ein hochspannender Markt für uns", sagte Vitaly Yusufov. Der russische Unternehmer ist seit 2009 Eigentümer der Werften in Wismar und Warnemünde, nachdem er sie aus der Insolvenzmasse der Wadan-Werften herausgekauft hatte. Yusufov hat Nordic Yards noch weitere Aufträge aus Russland gesichert: So erteilte die russische Staatsreederei Rosmorport den Auftrag zum Bau eines Deckshauses für den weltgrößten konventionellen Eisbrecher. 

Nordic Yards baut Patrouillenboote für Polarmeer
Flickr / Christine Zenino

Wegen der Klimaerwärmung schrumpfen die Eisflächen entlang der Nordost-Passage seit Jahren, so dass zumindest in den vier Sommermonaten auch Container- und andere Transportschiffe durch die Arktis fahren können. Doch auch dann ist die Nordost-Passage nicht völlig frei von Eis, weshalb Eisbrecher zum Einsatz kommen. In diesem Jahr waren die Eisflächen sogar deutlich größer als 2012. "Es ist in diesem Jahr kühler als im vergangenen Jahr, das heißt es gibt mehr Eis auf der Strecke und es ist gefährlicher", sagte Mark Serreze vom American National Snow and Ice Data Center dem US-Magazin Mother Jones. 

Dennoch könnte sich die neue Nord-Route durch die Arktis schneller als Alternative für die globale Schifffahrt etablieren, als bislang angenommen. Die russischen Behörden haben nach eigenen Angaben bereits jetzt deutlich mehr Schiffen die Erlaubnis erteilt, in diesem Jahr die Passage zu befahren als im gesamten Jahr 2012. Die neue Route im Norden Russlands ist wesentlich kürzer als die Fahrt durch den Suez-Kanal und das Mittelmeer.

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